Ratgeber
Auto für den Export verkaufen: Wann sich das lohnt und wie der Ablauf aussieht
Viele Fahrzeuge, die auf dem Schweizer Occasionsmarkt kaum noch Interessenten finden, sind im Ausland weiterhin gefragt. Der Grund ist einfach: In anderen Märkten gelten andere Massstäbe für Alter, Laufleistung und Reparaturaufwand. Wer in der Ostschweiz ein älteres Auto, ein Fahrzeug mit Mängeln oder einen Unfallwagen verkaufen will, sollte den Export deshalb mitdenken – und wissen, worauf es dabei ankommt.
Welche Fahrzeuge für den Export interessant sind
Exportkäufer bewerten anders als ein Schweizer Privatkäufer. Optik, Innenraum und Ausstattungsdetails zählen weniger, robuste Technik und die Ersatzteilversorgung im Zielmarkt zählen mehr. Typischerweise interessant sind:
- weit verbreitete Modelle mit einfacher, gut bekannter Technik
- Fahrzeuge mit hoher Laufleistung – 250'000 km sind in vielen Märkten kein Ausschlusskriterium
- Autos ohne gültige MFK oder mit teuren, aber reparierbaren Mängeln
- Unfallfahrzeuge, bei denen Antrieb und Karosseriestruktur noch verwertbar sind
- Allradfahrzeuge, Kombis und Nutzfahrzeuge mit solider Substanz
Gerade bei Autos, bei denen eine Reparatur in der Schweiz mehr kosten würde als das Fahrzeug anschliessend wert ist, ist der Export oft die einzige Variante, die überhaupt noch einen Erlös bringt.
Was den Exportwert senkt
| Faktor | Wirkung auf den Preis |
|---|---|
| Rost an tragenden Teilen | Stark wertmindernd – die Substanz lässt sich nicht wirtschaftlich reparieren |
| Motor- oder Getriebeschaden | Wertmindernd, aber selten ein Ausschluss – entscheidend ist der Rest des Fahrzeugs |
| Komplexe Elektronik und seltene Ausstattung | Wertmindernd, wenn im Zielmarkt keine Diagnose- und Ersatzteilversorgung besteht |
| Fehlende Papiere oder nur ein Schlüssel | Verzögert oder verunmöglicht die Zulassung im Ausland |
| Langer Standschaden | Bremsen, Reifen, Batterie und Dichtungen leiden – zusätzlicher Aufwand |
Umgekehrt gilt: Ein lückenloses Serviceheft, Winterräder oder eine frische Zahnriemenrevision wirken sich auch beim Exportverkauf positiv aus, weil sie den Zustand belegen.
Der Ablauf Schritt für Schritt
- Angaben und Fotos bereitstellen: Marke, Modell, Erstzulassung, Kilometerstand, bekannte Schäden, Datum der letzten MFK.
- Offerte und Besichtigung: Eine seriöse Einschätzung wird vor Ort oder anhand vollständiger Angaben bestätigt – nicht nachträglich nach unten korrigiert.
- Kaufvertrag: schriftlich, mit Vermerk, dass das Fahrzeug zum Export verkauft wird.
- Zahlung: vollständig vor oder bei der Übergabe.
- Abmeldung und Abtransport: erst danach verlässt das Fahrzeug den Platz.
Abmeldung, Kontrollschilder und Versicherung
Ein Fahrzeug, das die Schweiz verlässt, wird vorher beim Strassenverkehrsamt abgemeldet; die Kontrollschilder bleiben bei Ihnen beziehungsweise gehen an das Amt zurück. Für den Transport über die Grenze verwendet der Käufer eigene Lösungen – Transportschilder, provisorische Ausweise oder einen Anhänger. Lassen Sie Ihr Auto niemals mit Ihren eigenen Schildern wegfahren: Solange die Schilder auf Sie laufen, laufen auch Versicherung, Steuern und die Verantwortung für Bussen weiter. Welche Papiere bei der Abmeldung zurückgehen und was Sie für die Ausfuhr ausgehändigt bekommen, handhaben die Kantone unterschiedlich – fragen Sie im Zweifel direkt beim zuständigen Strassenverkehrsamt nach. Die Zollformalitäten an der Grenze sind Sache des Käufers.
Der Kaufvertrag beim Exportverkauf
Halten Sie im Vertrag fest: beide Parteien mit Adresse, Fahrzeugidentifikationsnummer, Kilometerstand, Datum, Kaufpreis, Zahlungsart und alle bekannten Mängel. Ergänzen Sie, dass das Fahrzeug zum Export, im bestehenden Zustand und unter Ausschluss jeder Gewährleistung verkauft wird. Diese Formulierung schützt Sie vor späteren Nachforderungen – allerdings nur, wenn Sie bekannte Schäden tatsächlich offengelegt haben. Behalten Sie eine unterschriebene Kopie und fotografieren Sie das Fahrzeug bei der Übergabe.
Warnsignale bei Käufern
- Das Fahrzeug soll vor der vollständigen Zahlung mitgenommen werden.
- Es wird vorgeschlagen, die Schilder «noch kurz» dranzulassen.
- Der Preis wird bei der Abholung ohne neuen Befund plötzlich gesenkt.
- Es gibt keinen schriftlichen Vertrag und keine überprüfbare Firmenadresse.
Unverbindliche Einschätzung
Autoankauf St. Gallen kauft in der Ostschweiz Occasionen, Unfallwagen und Exportfahrzeuge von Privatpersonen. Senden Sie Fahrzeugdaten und einige Fotos über das Formular auf dieser Website – Sie erhalten eine kostenlose Einschätzung und können danach in Ruhe entscheiden.