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Ratgeber

Auto privat verkaufen oder an einen Autoankauf: Was der Privatverkauf in der Ostschweiz wirklich kostet

5. September 2026 · 5 Min. Lesezeit

Wer in der Ostschweiz ein Auto verkaufen will, hat im Grunde zwei Wege: das Fahrzeug selbst inserieren und an eine Privatperson abgeben, oder es direkt an einen Autoankauf verkaufen. Beide Wege führen zum Ziel. Sie unterscheiden sich aber deutlich darin, wie viel Zeit, Geduld und Risiko der Verkäufer mitbringen muss. Dieser Beitrag zeigt Schritt für Schritt, was beim Privatverkauf tatsächlich auf Sie zukommt.

Das Inserat: Fotos, Text und die ersten Anfragen

Am Anfang steht die Arbeit, die man gerne unterschätzt. Das Auto muss gewaschen und gesaugt werden, die Fotos sollten bei Tageslicht entstehen, und der Text braucht alle Angaben, die ein Käufer erwartet: Jahrgang, Kilometerstand, Getriebe, Treibstoff, Ausstattung, Datum der letzten MFK, bekannte Mängel. Fehlt etwas, kommen Rückfragen. Steht etwas Falsches drin, kommt es später beim Vertrag auf den Tisch.

Sobald das Inserat online ist, beginnt der Teil, den viele als anstrengend empfinden. Anfragen treffen zu allen Tageszeiten ein, häufig per Chat, oft mit derselben ersten Frage nach dem letzten Preis. Ein Teil der Interessenten meldet sich nie wieder. Andere verhandeln bereits schriftlich, ohne das Auto gesehen zu haben. Händler aus dem In- und Ausland schreiben mit Standardtexten. Wer hier den Überblick behalten will, braucht ein System und die Bereitschaft, viele Gespräche zu führen, die zu nichts führen.

Besichtigungen und Probefahrten

Eine Besichtigung bedeutet, dass eine fremde Person zu Ihnen nach Hause kommt oder Sie sich an einem vereinbarten Ort treffen. Termine müssen abgestimmt werden, meist am Abend oder am Wochenende. Nicht jeder erscheint. Manche kommen zu spät, manche mit Begleitung, manche mit einer Liste von Mängeln, die sie vor Ort «entdecken», um den Preis zu drücken.

Bei der Probefahrt wird es heikler. Sie geben Ihr Fahrzeug einer Person, die Sie eben erst kennengelernt haben. Fragen, die Sie vorher klären sollten:

  • Hat die Person einen gültigen Führerausweis, und haben Sie ihn gesehen?
  • Fahren Sie mit, oder fährt die Person allein?
  • Was passiert bei einem Schaden während der Probefahrt, und wer trägt ihn?
  • Wissen Sie, was Ihre Versicherung deckt, wenn eine fremde Person am Steuer sitzt?

Viele Verkäufer stellen diese Fragen erst, wenn es bereits unangenehm geworden ist.

Das Feilschen und die Frage nach der Bezahlung

Selbst wenn sich ein ernsthafter Käufer findet, ist der Preis selten das Ende der Diskussion. Verhandelt wird oft mehrfach: einmal am Telefon, einmal nach der Besichtigung, einmal am Tag der Übergabe. Wer den Wagen dringend loswerden will, gibt nach. Wer nicht nachgibt, wartet weiter und beginnt beim nächsten Interessenten von vorn.

Die Bezahlung ist ein eigenes Thema. Barzahlung bedeutet, dass Sie einen grösseren Betrag entgegennehmen und prüfen müssen. Eine Überweisung bedeutet, dass Sie das Auto erst nach Gutschrift herausgeben sollten, was wiederum einen weiteren Termin erfordert. Beide Varianten funktionieren, sie brauchen aber Aufmerksamkeit und einen schriftlichen Kaufvertrag mit beiden Unterschriften. Erst dieser Vertrag macht den Preis verbindlich, nicht die mündliche Zusage im Hof.

Fahrzeugausweis, Kontrollschilder und Annullierung

Nach der Übergabe kommt der Teil, der beim Privatverkauf am häufigsten übersehen wird. In der Schweiz bleibt der eingetragene Halter verantwortlich, bis das Fahrzeug beim Strassenverkehrsamt abgemeldet oder auf den neuen Halter umgeschrieben ist. Solange der Fahrzeugausweis auf Ihren Namen lautet, lauten auch die Pflichten auf Ihren Namen. Wer den Ausweis einfach mitgibt und darauf vertraut, dass sich der Käufer «darum kümmert», trägt ein Risiko, das er nicht sieht.

Konkret heisst das für den Verkäufer:

  1. Die Kontrollschilder bleiben bei Ihnen. Sofern das Auto nicht direkt umgeschrieben wird, werden sie abgeschraubt und zusammen mit dem Fahrzeugausweis beim Strassenverkehrsamt abgegeben.
  2. Die Annullierung des Fahrzeugausweises sollte belegbar sein. Erst dann endet Ihre Verantwortung als Halter.
  3. Die Versicherung ist zu informieren, damit die Police aufgehoben oder auf ein neues Fahrzeug übertragen wird.

Wer diese Schritte in der richtigen Reihenfolge erledigt, hat nach dem Verkauf Ruhe. Wer sie vergisst, kann Wochen später Post erhalten, mit der er nicht gerechnet hat.

Was der Privatverkauf wirklich kostet

Der Privatverkauf kostet selten Geld, aber er kostet fast immer Zeit und Nerven. Zusammengezählt sind das: Vorbereitung, Inserat, Beantworten von Anfragen, Terminkoordination, Besichtigungen, Probefahrten, Nachverhandlungen, Übergabe, Abmeldung. Bei einem gefragten Modell in gutem Zustand kann das zügig gehen. Bei einem Auto mit abgelaufener MFK, einem Motorschaden oder sichtbarem Rost zieht es sich, weil die meisten Privatkäufer ein Fahrzeug suchen, das sofort fährt und keine offenen Fragen hat.

Der Verkauf an einen Autoankauf verkürzt diesen Weg auf einen einzigen Kontakt. Das Fahrzeug wird vor Ort besichtigt, in St. Gallen oder bei Ihnen zu Hause irgendwo in der Ostschweiz, danach folgen eine unverbindliche Offerte und ein rascher Entscheid. Bei der Übergabe wird der Kaufvertrag unterschrieben, die Bezahlung erfolgt bar gegen Quittung, und die Abholung ist kostenlos. Schäden, eine fehlende MFK oder ein Motor, der nicht mehr anspringt, sind hier kein Ausschlusskriterium, sondern Teil der Bewertung. Fragen Sie bei der Übergabe, wer die Annullierung beim Strassenverkehrsamt übernimmt, und lassen Sie sich das bestätigen, damit auch dieser letzte Schritt vom Tisch ist.

Ob der schnellere Weg auch der bessere ist, hängt vom Auto und von Ihren Prioritäten ab. Wer Zeit hat, ein gefragtes Fahrzeug besitzt und gerne verhandelt, kann privat einen guten Abschluss erzielen. Wer den Aufwand scheut oder ein Auto hat, das kein Privatkäufer sehen will, fährt mit dem direkten Weg meist ruhiger.

Wenn Sie wissen möchten, was Ihr Fahrzeug bei uns wert ist, füllen Sie das Offertformular aus. Marke, Modell, Jahrgang, Kilometerstand und ein paar Fotos genügen für eine erste, unverbindliche Einschätzung.

Auto verkaufen? Ein Anruf genügt.

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